Via Lewandowsky

Ornament I: Der kleine Zaun

Posted in Moskau by vialewando on 10. Dezember 2008

Es gibt neben dem legendären Maschendrahtzaun auch noch andere Nachbarschaftsbegrenzungen. Zum Beispiel der kleine Kniebrecher oder auch Unterschenkelfalle genannt. Da er in der Regel nicht höher als bis zum Schambein geht, ist er eigentlich kein richtiger Zaun. Trotz sowjetischer Kulturdiktatur oder gerade deswegen hat sich hier ein enormes Potential an Kreativität einen heimlichen Freiraum geschaffen. Die vorliegende kleine Auswahl ist ein Tropfen im Ozean der ornamentalen Vielfalt der Stadt. Bei genauen Studien könnte man sogar Zeit und Hersteller selbst nach Jahrzehnten wieder rekonstruieren. Einflüsse von Neobarock bis Neokonstruktivismus sind erkennbar. Leider werden die Künstler dieser Werke für immer ungenannt bleiben, dafür lässt Manfred Pernice grüßen. Natürlich ist auch der Standort von Bedeutung für das Ornament. Je öffentlicher er ist, von der Parkweg- bis zur Denkmalsplatzbegrenzung verändert sich die Gestalt des kleinen Weghalters. Vom Westen verbreitete Gerüchte, dass es sich hierbei um Orientierungshilfen bei schlechter Beleuchtung oder wegen Trunkenheit handeln soll, ist schlechtweg Kalter-Kriegs-Kaffee.

 

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