Via Lewandowsky

Sehr gut! Russisch für Anfänger

Posted in Moskau by vialewando on 13. Dezember 2008

Russisch ist eine moderne Sprache. Sie ist die Sprache einer der wichtigsten Schriftsteller des 19. und 20. Jahrhunderts. Und sie ist eigentlich ganz einfach, wenn man mal von diesen kyrillischen Buchstaben absieht, den 6 Fällen und diversen Ausnahmen, aber das kennt man ja schon vom Französisch. Aber auch diese Dinge sind eigentlich keine wirkliche Hürde. Hier einige Faustregeln und schon erschließt sich die Welt der Russischsprache wie von selbst, für Druckbuchstaben gilt folgendes: das manchmal auch nach unten gerutschte „P“ ist ein „R“, das auf den Kopf gestellte „N“ ein „I“, das „C“ ein „S“, das spiegelverkehrte „E“ ist trotzdem ein „E“, das „F“ sieht aus wie ein Brötchen mit einem langen Teilungsstrich, das „G“ das tut so als wäre es ein auf den Kopf gestelltes und gespiegeltes „L“, das „L“ wiederum sieht aus wie ein aufgebogenes und auf dem Kopf stehendes „U“, das „N“ sieht aus wie ein „H“, dafür gibt‘s für das phonetisch nicht vorhandene „H“ ein „X“, das wie „CH“ in Woche gesprochen wird, das „W“ sieht aus wie ein „B“, wobei dem gesprochenen „B“ der obere Bogen fehlt, bei dem nur der gerade Strich übrig geblieben ist. Das „Z“ kommt als „U“ mit einem Ypsilon-Häkchen dran und alle anderen Zischlaute sind nicht so wichtig, die können wir so und so nicht so richtig gut aussprechen. Naja, vielleicht ist das „TSCHA“ doch nicht so ganz unwichtig. Das sieht aus wie ein kleines auf den Kopf gedrehtes „m“ mit einem Ypsilon-Häkchen dran und dann gibt es noch das „SCH“, aber das sieht eher wie eine aufgebogene Uhrfeder aus. Der harte S-Laut sieht wie das altdeutsche „s“ am Wortanfang aus. Das Weichheitszeichen und das „ui“ wie in „Pfui“ kommen irgendwie seltener vor und sehen aus wie die wachstumsgestörten Kinder vom kleinen „b“. Ach stimmmt, dann gibt es noch das umgekippte Omegazeichen. Das wird „ju“ gesprochen wie beim Juwelier und das Wort kommt schon recht häufig neuerdings vor. So, jetzt dürften die ersten Schritte zum Lesen recht leicht fallen. Denn die Russische Sprache hat sich noch nie um Sprach-Copyright gekümmert und für sie interessante Begriffe aus allen Sprachen zumindest phonetisch importiert. Die konservativen Sprachschützer Deutschlands darf es gruseln. Betonen möchte ich abschließend, dass die beschriebenen Faustregeln tatsächlich nur für die Druckschrift gelten, bei der Schreibschrift ist wieder vieles anders. Im öffentlichen Raum wird diese aber recht selten verwendet, sodass mit der Kenntnis der Druckbuchstaben erst einmal ein reibungsloses Lesen der wichtigsten Reklametafeln und Ladenschilder möglich sein sollte. Ist doch ganz einfach, oder?

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