Via Lewandowsky

und, 2016

Posted in Arbeiten, Kunst-am-Bau by vialewando on 21. Juli 2016

Wettbewerbsbeitrag für die FU Berlin

Der Ausgangspunkt von „UND“ besteht in der Gegenüberstellung von Begriffen, von Themen, von Gegenständen, von Orten und von Zeiten. Anhand von jeweils einem Gegenstand im Innen- und im Außenraum, der jeweils eine Form der Betrachtung darstellt, werden Verbindungen zwischen einem Treppenhaus und dem Wiesengrund, zwischen tief und eben, zwischen beschriftet und unbeschriftet, zwischen vorher und nachher, zwischen dem Abwesenden und dem Anwesendem, zwischen dem Konkreten und dem Gedachten und zwischen Wissen und Erkenntnis geschaffen. Es wird ein Bezug beider Objekte zu ihrem jeweiligen Standort hergestellt, der wiederum Ausdruck ihrer relationalen Möglichkeiten an sich ist. Es geht um Gegensätzliches und um Unterschiedliches als Teile eines gemeinsamen Ganzen.

Im Treppenhaus der Fächer Vorderasiatische Altertumskunde und Islamwissenschaft befinden sich zwei um den Faktor 14 vergrößerte DIN A4 Papierblätter aus Aluminium. Sie sind nicht beschriftet und blendend weiß. Ein Blatt befindet sich in der obersten Ebene und löst sich scheinbar von der Wand. Das zweite Blatt ist bereits nach unten geschwebt und berührt beinahe den Boden des Treppenhauses. Es sind wie zwei Phasen einer Bewegungschoreographie, Lösen und Halten, Schweben und Liegen.Auf dem Rasen am Rand des Wiesengrunds liegt ein um sein vielfaches vergrößerter Holzsplitter in Bronze. An den durch die Vergrößerung gut sichtbaren Fasern befinden sich gut lesbare Begriffspaare. Die wuchtige Erscheinung des Splitters erinnert an einen Felsstein, die vergrößerte Holzmaserung an Gesteinsschichten und Sedimente.

Wichtige Begriffspaare des Konzeptes (Auswahl): unbeschrieben und beschriftet, Artefakt und Reflexion, Gedanke und Gegenstand, das Eingeschriebene und das Unbenannte, das Einzelne und das Serielle, Inschrift und Notiz, das Flüchtige und das Aufgeladene, das Bewegte und das Statische, Distanz und Nähe, Schichten und Stapel, Holz und Papier, abstrakt und konkret, minimalistisch und narrativ, vergrößern und skalieren, leicht und schwer, schwebend und liegend, oben und unten, innen und außen

Begriffspaare für den Holzsplitter (Beispiele): Logik und Rhetorik, Metapher und Konstrukt, Abdruck und Verweis, Spur und Verschwinden, Deixis und Entzug, Materialität und Räumlichkeit, Imagination und Projektion, Markierung und Verweis, Sprache und Schweigen, Irrationalität und Wunschvorstellung, Aufmerksamkeit und Partizipation, Dispositiv und Zeichen, Absenz und Präsenz, Referenz und Referenzlosigkeit, Übergang und Transformation, Aktualität und Affekt, Abstand und Nähe, Wahrnehmung und Glaube, Zeit und Dichte, Sinnlichkeit und Sinn, Sichtbares und Berührbares, Dynamik und Augenblick, Wissen und Erkenntnis, Ethik und Ästhetik, Repräsentation und Referenz

Ziel ist es für die Erarbeitung der Begriffspaare die Lehrenden und die Studierenden mit einzubeziehen. Wichtige Themen und Begriffe können hier verewigt werden. Durch das Ein- schreiben der Lehrinhalte in Bronzefuß entsteht ein gegenwärtige künstlerische Momentaufnahme universitärer Diskurse.
Der vorliegende Entwurf zeigt eine rein simulierte Wirklichkeit, ein Stereotyp eines Holzsplitters. Die Form des Splitters könnte aber auch eine Referenz auf einen vorhandenen Splitter in der Sammlung der Freien Universität sein. Die Verbindung zu einem realen Gegenstand ist möglich.

 

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