Via Lewandowsky

Fahrbereitschaft, 2017

Posted in Alles, Kunst-am-Bau by vialewando on 8. September 2017

Wettbewerbsbeitrag „Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge“  

Zentrale Idee von Fahrbereitschaft ist die Umkehrung eines Kunst-am-Bau-Projektes an einem bestimmten Standort.

Statt Kunst-am-Bau in oder an den modularen Unterkünften zu installieren werden die Bewohner der Unterkünfte zu Orten mit Kunst-am-Bau in Berlin gefahren.

Kunst am Bau verläßt die Rolle als erhabener Überbringer einer künstlerischen Geste, als Zeichensetzer eines letzten künstlerischen Wohlklangs in einem architektonischen Kontext und begibt sich auf den Weg, setzt sich den Mühen der Vermittlung selbst aus und wird somit zum dynamischen Botschafter seines Wesens.

Ziel ist es, den Menschen auf der Flucht die Bedeutung des Kontextes von Kunst und Geschichte, von Kunst und Politik, Kultur und Glauben, von politischen und sozialen Abläufen in Berlin am Beispiel von Kunst-am-Bau im öffentlichen Raum unterhaltsam und lehrreich nahe zu bringen. Um damit wiederum Hilfe bei der Orientierung an ihrem Aufenthaltsort zu gewähren. Angesprochen sind Erwachsene genauso wie Kinder, Familien genauso wie Einzelstehende.

Fahrbereitschaft nimmt ein für geflüchtete Menschen bekanntes Bild  – den Bus – auf und kehrt die Symbolik der Flucht um in einen positiven Start in der neuen Stadt. Der Bus ist Transportmittel, Projektraum und soziale Skulptur. Er wird dabei zu einer sich dynamisch verändernden Skulptur, zu einer Verbindung zwischen Alltag und Kunst-am-Bau, zwischen Menschen und Kulturen, zwischen Transit und Ankunft.

Die Idee, die Menschen aus den Unterkünften zu Kunst-am-Bau-Führungen einzuladen, ist zentrales Anliegen. Ein Minibus wird in die Obhut des gemeinnützigen Vereins Fahrbereitschaft e.V. gestellt, der über vier Jahre 100 Fahrten jährlich organisiert und durchführt. Der Bus ist ein Kunstobjekt, das über den Zeitraum seiner Benutzung zum Projektor und zur Projektionsfläche wird. Seine Wiedererkennbarkeit im Stadtbild und seine Präsenz an Orten verstärkter künstlerischer Aktivitäten (Gallery Weekend, Berlin Art Fair usw.) sind Teil der Absicht, als Botschafter für das Projekt zu agieren, an seine Aufgaben zu erinnern und das Netzwerk zu erweitern.

Die Fahrten zur Kunst am Bau in Berlin folgen dem Prinzip der kuratierten Kunstvermittlung. Das heißt, der Künstler und der Verein laden KünstlerInnen, KunstkritikerInnen, KunstwissenschaftlerInnen und SchriftstellerInnen ein, um jeweils eine Tour mit vier bis sechs Stationen durch die Stadt auszuarbeiten und einmal durchzuführen. Die jeweilige Tour wird dokumentiert, aufbereitet und dient später als Fahrplan für weitere nach dem Verfasser benannten Touren, die dann eigenständig von den Mitarbeitern des Vereins durchgeführt werden können.

 

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