Via Lewandowsky

Das Tor, 2017

Posted in Alles, Kunst-am-Bau by vialewando on 6. November 2017

Wettbewerbsbeitrag, Kunst am Bau, Neubau Bundeswehrfachschule, Karlsruhe

„Ich habe Dinge gesehen, die ihr Menschen niemals glauben würdet. Gigant­ische Schiffe, die brannten, draußen vor der Schulter des Orion. Und ich habe C-Beams gesehen, glitzernd im Dunkeln, nahe dem Tannhäuser Tor. All diese Momente werden verloren sein in der Zeit, so wie Tränen im Regen …“

Die künstlerische, stilisierte Überhöhung von dramatischen unvorstellbaren Erlebnissen im Film „Blade Runner“ trifft oft auch auf Soldaten zu, die heimkehren. Das Erlebte hat Dimensionen, die die Kraft haben, das Leben und Denken des zivilen Alltages in den Schatten zu stellen. Dennoch werden sie alle diesen Schritt von der einen in die andere Welt tun.

Die Arbeit DAS TOR benutzt zwei Bilder um diesen Übergang zu visualisieren: Das Rechenkästchen, ein kariertes Blatt und die Raumkrümmung, das Wurmloch. Eins steht für die Rückkehr zur Schule und die damit verbundenen Mühen des Lernens und das andere steht für eine von den populären Wissenschaften bis hin zum Science Fiction bekannte, aus der allgemeinen Relativitätstheorie stammende quantenphysikalische These einer möglichen Raum-Zeit-Verbindung zwischen zwei Orten. Zwei Extreme im Denken der Menschen. Beide bedingen sich. Das Rechnen als elementare Grundlage des Denkens und der Kosmos unseres Wissens.

DAS TOR ist die grafische Darstellung quadratischer Kästchen wie man sie von Schulheften, aber auch von den uns ständig umgebenden Rastern der Fugen, Zäune, Netze, Gitter und der architektonischen Strukturen kennt und wie sie uns täglich begegnen. Die Rechenkästchen begin- nen am Rand. Von da aus bis zur Mittellinie der Schiebetür beginnen sie sich sehr schnell und sehr stark zu wölben. Die Gitterlinien neigen sich so weit zueinander, daß sie sich in der Mitte scheinbar leicht berühren. Dabei bilden sie einen Horizont, eine endlos anmutende Tiefe.

Der Eingang zum Gebäude wird mit diesem Bild zu einer symbolischen Pforte. Das Bild wird zum Zeichen im Sinne einer Torgestaltung und verstärkt außerdem die Sogwirkung des Einganges. Dabei werden die ornamentalen Strukturen zu einer schematische Darstellung, die als Raumkrümmung lesbar ist. Diese Art der auf Text verzichtenden Beschriftung eines Einganges spielt mit ihrer zurückhaltenden und unauffälligen Erscheinung.

Das grafische Bild auf der Scheibe wird durch spiegelnde Linien erzeugt. Damit passen sich die Linien immer wieder aufs Neue den jeweiligen Lichtverhältnissen und Blickrichtungen an. Das Bild entsteht also nur durch das vor oder hinter dem Eingang befindliche und dementsprechend gespiegelte Geschehen. Von Innen wird es tagsüber als Schattenriß grafisch deutlich erkennbar, während nach Sonnenuntergang sich dieses Bild umkehrt. Das Bild im Bild, das Bild als Abbildung der Umgebung, das Bild als sich ständig veränderte Erscheinung und ihre damit einhergehende unterschiedliche Wahrnehmung ist der Verweis auf die Vielfältigkeit des Lernens, unserer Wahrnehmungen und Vorstellungen und der damit verbundenen Erkenntnisse.

 

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