Via Lewandowsky

Quäntchen Glück, 2017

Posted in Alles, Kunst-am-Bau by vialewando on 6. November 2017

Wettbewerbsbeitrag Kunst am Bau – Neubau Zentrum für Quanten – u. Biowissenschaften, Universität Ulm

Ähnlich wie im James Bond Film „Diamonds are forever“ (beim Einsatz zum Bau von Laser-Satelliten) ist der Diamant im Zentrum für Quanten- und Biowissenschaften, Ulm das zentrale Element. Während im Bond-Film die Diamanten für eine Laserwaffe gebraucht werden, sind sie im Institut Teil eines technisch-wissenschaftlichen Instrumentarium bei der Forschung. Gemeinsamkeiten im Film und dem wissenschaftlichen Arbeiten ist, dass der Diamant entgegen seiner Verwendung als wertvolles Schmuckstück unsichtbar bleibt. Das Vorhandensein des Diamanten ist hier nur durch seine Wirkungsweise innerhalb wissenschaftlicher Prozesse nachweisbar.

Dass der Diamant nicht nur als Schmuckstück, sondern auch als Arbeitsmaterial genutzt wird, zeigt neben Diamantschneidewerkzeugen zum Fliesen schneiden und anderen Gebrauchsgegenständen, die Nutzung des Diamanten in der Forschung am Institut für Quanten-und Biowissenschaften in Ulm. Die Nutzung der besonderen Lichteigenschaften in der Quantenwissenschaft im Gegensatz zu seiner extremen Härte führt den Stein zu seinem ursprünglichen Wert zurück.

Die Prinzipien der Quantenphysik sind dadurch bekannt, dass damit Zeit- und Raumzusammenhänge untersucht werden und daraus wissenschaftliche Ergebnisse resultieren, die unserer Anschauung und Alltagserfahrung widersprechen. Isoliert man Zustände eines Systems von seiner Umgebung, können sie als Einzelzustände zerlegt, überlagert wieder einen möglichen und stabilen Zustand des zuvor differenzierten Systems ergeben. Wie am Beispiel Schrödingers Katze wird damit ein paradoxer Zustand wahrscheinlich, bei dem die Katze gleichzeitig „tot“ und „lebendig“ ist. Das äquivalente philosophische Gleichnis wäre Buridans Esel. Auch hier führt die eine wahrscheinliche Situation theoretisch zu einer anderen unwahrscheinlichen.

Die Arbeit Quäntchen Glück nutzt das geplante Fugenraster im Foyer des Erdgeschosses. Dabei werden die Fliesen in ihrer Größe halbiert und eine etwa zehn Millimeter breite Fuge eingeführt. Dieses Fugenbild zieht sich über die gesamte Fläche des mit Betonwerkstein ausgelegten Foyers. An einer zentralen Stelle möglicher Wege durch die Nutzer des Gebäudes wird ein imaginärer Punkt gesetzt. Zu diesem Punkt laufen die Linien im Radius von zwei Metern dicht zueinander. Während die Fliesen im Zentrum kleiner werden, sind sie am Außenrand größer bei gleichbleibender Fugenbreite.

Aus bestimmten Blickwinkeln stellt sich dieser aus etwa fünfhundert speziell geschnittenen Betonwerksteinen Boden als Ornament, als Wellenlinien oder als optische Illusion dar. Die optische Illusion scheint den Raum zu deformieren, als ob der Boden dort nicht gerade ist, sondern eine Delle hätte. Vier Steine bilden das unmittelbare symmetrische Zentrum, ein Stein davon ist als schwarzglänzender Edelstein ausgeführt.

Die Wirkkraft liegt im Zentrum mit einer optischen Täuschung, die aber einen Erkenntnisgewinn in sich trägt. Dieser zeigt uns, dass das was wir sehen, nicht unbedingt das ist, was es ist oder sein kann. Die Katze ist wahrscheinlich in zwei Zuständen gleichzeitig.

Es geht in dieser Arbeit darum zu zeigen, dass mit wenigen Mitteln, das mit lediglich der Änderung des Fugenbildes, eine scheinbare Umwandlung des Raumes zu erreichen ist. Eine Gravitationskraft, die scheinbar auf den Boden wirkt, und ihn scheinbar nach unten zieht. In diesem vermeintlichen Loch ist ein schwarzer Stein, der einen Verweis auf einen besonderen Stein, den (schwarzen) Diamanten gibt.

 

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